Dienstag, 19. April 2016

Rosetta zurück von der Exkursion




Ende März hatte sich Rosetta 1000 km vom Kometen entfernt um die Plasmaeigenschaften der Koma insbesondere auf der Nachtseite zu vermessen. Dabei entstand diese schöne Bild des Kometen im Gegenlicht.




Nun ist die Sonde nun wieder in der Nähe.
Ein Vorbeiflug in etwa 30 km Abstand hat wieder Bilder aus einem Phasenwinkel nahe null gebracht. Hierbei ist die Sonde genau zwischen Sonne und Komet, das Licht fällt senkrecht auf die Oberfläche, sodass aus diesem Blickwinkel praktisch keine Schatten sichtbar sind.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Philae nicht aufgeben!


Seit dem 9. Juli 2015 gab es von Philae kein Lebenszeichen mehr. Bis Dezember war das nicht überraschend, denn Rosetta musste bei Annäherung an das Perihel immer weiter weg vom Kometen, um nicht die Orientierung durch die Sternsensoren zu verlieren. Zum Perihel (August-September) war Rosetta außerdem auf einer Exkursion 1500 km vom Kometen. Aber seit Dezember  ist die Raumsonde wieder auf 100 km an Tschuri herangerückt, zur Zeit ist der Abstand nur 50 km. Die Kommunikationseinheit ESS ist eingeschaltet, warum haben wir kein Signal?
Es gibt verschiedene Erklärungsmöglichkeiten:
  1. Es kann sein, dass sich Staub auf den Solarzellen abgelagert hat und Philae deswegen zu wenig Energie hat. Auf den Bildern von Abydos war kein Staub zu sehen, aber das kann sich geändert haben.
  2. Möglicherweise sind Sender oder Empfänger beschädigt. Beim ersten Wieder-Aufwachen, am 13. Juni 2015, waren alle Subsysteme ok, aber später gab es Ausfallerscheinungen. Es ist rätselhaft, warum Philae den Winterschlaf bei extremen Temperaturen schadlos überlebt hat, aber nun bei besseren Bedingungen Ausfälle zeigt.
  3. Oder Philae hat sich durch die Kometenaktivität bewegt, die Antenne zeigt in eine andere, ungünstigere Richtung.
Wenn letzteres der Fall ist, gibt es noch eine Chance zur Kommunikation, sobald Rosetta näher kommt. Leider wird ist naher Vorbeiflug (unter 10 km) zur Zeit noch zu riskant, aber ESOC versucht alles, um niedrigere Flugbahnen zu erreichen. Optimal wäre, wenn man die Orientierung optisch feststellen und dann die Bahn zur Kommunikation ausrichten könnte.

Die Bilder zeigen, wie SONC in Toulouse (oben) und das MPI in Göttingen (unten) Philaes Lage rekonstruiert haben.

Zur Zeit bleibt ESS eingeschaltet, Philae könnte möglicherweise bis in den März-April-Zeitraum noch genug Energie haben.




Dienstag, 12. Januar 2016

Neue Kometenbilder


Seit Dezember 2015 veröffentlicht das Max-Planck-Institut für Sonnenphysik regelmäßig Bilder der OSIRIS-Kamera auf der Rosetta-Sonde vom Kometen Churyumov-Gerasimenko.
Man findet sie auf der Seite "OSIRIS Image of the Day".

Die Bilder, sowohl von der Telekamera als auch von der Weitwinkelkamera, sind sehr aktuell, in bester Qualität verfügbar und mit allen Daten versehen. Die Seite enthält auch den Link zum Archiv, wo die ganze Sammlung verfügbar ist.

Gerade jetzt, wo Rosetta sich nach dem Perihel langsam wieder dem Kometen  nähert und bald auch wieder auf eine Umlaufbahn einschwenkt, wird das sicher spannend.

Samstag, 12. Dezember 2015

Mit den besten Wünschen an alle Freunde
und mit der Bitte an Philae: Melde dich wieder, wir warten auf dich!



Dienstag, 17. November 2015

Philae`s Flug rekonstruiert


Nach seiner Landung auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko am 12. November 2014 konnte sich Philae nicht festhalten, da die Harpunen nicht auslösten. Philae hob deshalb wieder ab, glücklicherweise mit einer Geschwindigkeit unterhalb der Fluchtgeschwindigkeit. Nach einem zweistündigen Flug mit mehreren Bodenkontakten kam der Lander in Abydos zu Ruhe.
An Bord von Philae und auf dem Rosetta Orbiter befinden sich hochempfindliche Magnetometer, die in allen drei Achsen messen. Aus dem Vergleich der Daten kann die Orientierung des Landers bestimmt werden. Ein Film verdeutlicht die Ergebnisse.
Nach dem Abheben (das Auftreffgeräusch ist Original, die Staubwölkchen nicht!) rotiert Philae zunächst langsam um eine stabile Achse, da der Kreisel durch das Landesignal abgeschaltet wurde und nun ausläuft. Der Lander stößt dann an eine Kraterwand und fängt an zu taumeln. Erstaunlicherweise stabilisiert er sich wieder beim nächsten Anstoßen, sodass er am Endpunkt Abydos in fast aufrechter Lage ankommt.
Um das Video groß zu sehen, bitte die Unterkante anklicken und dann rechts Vollbild.


Montag, 2. November 2015

Rosetta in Friedrichshafen


Am 4. November findet im Dornier Museum in Friedrichshafen ein Vortrag zu Rosetta statt.

Nach einer Präsentation vor einem Jahr am selben Ort, kurz vor der Landung von Philae auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko, konzentriert sich der jetzige Vortrag auf die wissenschaftlichen Ergebnisse, sowohl von Philae als auch vom Rosetta-Orbiter. Außerdem wird berichtet über die besonders aufregenden Momente der Mission, wie die Landung und das Wiedererwachen von Philae nach seinem Tiefschlaf wegen Energiemangel.

Freitag, 25. September 2015

Wernher-von-Braun Ehrung an die Teams von Rosetta und Philae                                                                                                   

    


Auf dem Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress 2015 in Rostock hat die DGLR am 23. September die Teams, welche die Rosetta-Mission und die Landung von Philae ermöglicht haben, mit der Wernher-von-Braun-Ehrung ausgezeichnet, der höchsten Teamehrung im Bereich der Raumfahrt in Deutschland.

Die Ehrung ging für das Rosetta-Industrieteam an Dr. Rainer Best und Gunther Lautenschläger „in Anerkennung der besonderen Verdienste als Mitglied des ‚Rosetta-Teams‘ für die Konzeption, den Bau und die Verifikation der Rosetta-Sonde, die gegenwärtig eine der komplexesten und wissenschaftlich erfolgreichsten Weltraummissionen durchführt“,

und für das Philae-Team an Dr. Stephan Ulamec „in Anerkennung der besonderen Verdienste als Mitglied des ‚Philae-Teams‘ für die herausragende Leistung des Betriebs des Philae-Landers vor, während und nach dem Absetzen des Landegeräts am 12. November 2014 durch die Raumsonde Rosetta, insbesondere die schnelle und erfolgreiche Anpassung an den unerwarteten Landevorgang.“

Samstag, 19. September 2015

Steht Philae so auf den Kometen?



Diese Woche war das 42. Treffen des "Science Working Teams" der Rosetta-Mission und eine Sitzung des Philae Steering Committees, beides am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. Dabei gab es auch Gelegenheit, das MPS zu besichtigen.
Zu meiner großen Überraschung findet sich in dem riesigen Foyer des Instituts ein Modell von Philae so angeordnet, wie man sich seine gegenwärtige Lage auf dem Kometen vorstellt.

Ein Kontakt mit dem Lander ist zur Zeit nicht möglich, da sich Rosetta zur Zeit auf einer "Exkursion" befindet, welche die Sonde bis 1500 km vom Kometen entfernt. Damit versucht man, den Instrumenten die Möglichkeit zu geben, den Kometen im Zustand seiner höchsten Aktivität (jetzt kurz nach dem Perihel) mit Koma und Schweif als gesamtes System zu beobachten. Die Exkursion dauert 3 Wochen, dann wird für Philae die Zeit knapp: Erst ab Ende Oktober kann Rosetta wieder in die Reichweite des Philae-Senders kommen, und nur bis Dezember (oder vielleicht Januar 16) erwarten wir ausreichend Energie für Philae, sodass Funkverkehr mit Rosetta möglich ist.

Montag, 31. August 2015


Vortrag



an der Volkssternwarte Darmstadt
am Samstag, den 3. September 2015
um 20:00 Uhr
Titel:

Rosetta, Philae und der Komet
Das Abenteuer, die Landung und Ergebnisse

Die Ankündigung findet man hier

Sonntag, 9. August 2015

Philae kurz vor dem Perihel


Am 13 August um 2:03 GMT wird der Komet P67/CG, begleitet von der Rosetta-Sonde, den sonnennächsten Punkt seiner Bahn erreichen. Er ist dann 186 Millionen km von der Sonne entfernt, das sind 1,25 AU. Das Perihel ist ein wichtiger Meilenstein der Rosetta-Mission, aber es passiert eigentlich nichts spektakuläres. Die Aktivität steigt weiter an, sie wird Ende August bis Mitte September ihr Maximum erreichen und dann wieder zurückgehen.
Für Philae bedeutet das Perihel einen Rückgang der Kommunikationsmöglichkeiten. Rosetta ist wegen der hohen Aktivität und der damit verbundenen Störungen der Sternsensoren auf Abstand gegangen und befindet sich auf etwa 300 km Höhe. Wissenschaftlich konzentriert sich die Rosetta-Sonde auf die Südseite des Kometen, die jetzt beleuchtet ist und ihre kurze "Sommerzeit" hat. Dort werden die größten Effekte der jetzt verstärkt einsetzenden Erosion zu beobachten sein.
Philae wird weiter versuchen zu kommunizieren, wenn die Solarpaneele von der Sonne beschienen sind, aber es wird niemand zuhören. Die Situation verbessert sich erst wieder Ende September, wenn die Aktivität zurückgeht und Rosetta wieder auf nähere Bahnen an den Kometen kommen kann. Durch die Tatsache, dass die Rosetta-Mission bis September 2016 verlängert wurde, bestehen danach noch vielversprechende Möglichkeiten der Kommunikationsaufnahme.

Dienstag, 4. August 2015

Philae Science Papers jetzt veröffentlicht


Zum 31. Juli wurde das lang erwartete Sonderheft zu den Ergebnissen von Philae während der ersten 63-stündigen Betriebszeit auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko veröffentlicht. Trotz der unvorhergesehenen Landestelle und der relativ kurzen Messzeiten erfüllen die Ergebnisse voll die durchaus hochgesteckten Erwartungen.
Während des Abstiegs bis zum ersten Auftreffen lieferte die ROLIS-Kamera Bilder von Agilkia mit Auflösung bis in den cm-Bereich. Die Panoramakameras des CIVA-Instruments charakterisieren die endgültige Landestelle bis in die Millimeter-Skala. Messungen der Magnetometer profitierten von Philae´s mehrfachen Auftreffen, ihre Ergebnisse schränken den Einfluss magnetischer Kräfte auf die Bildung des Planetensystems ein. Das MUPUS-Instrument charakterisiert die thermischen und mechanischen Eigenschaften der Kometenoberfläche und findet eine überraschend harte Kruste. Die tomographische Durchleuchtung durch CONSERT deutet auf eine erstaunlich homogene innere Struktur und hohe Porosität hin. Die Massenspektrometer COSAC und Ptolemy zeigen reichhaltige Spektren mit vielen organischen Verbindungen, einige davon noch nie auf Kometen beobachtet.

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Die erzwungene Immobilität durch Corona kann auch zu erfreulichen Entdeckungen führen. Ganz in unserer Nähe befindet sich ein Juwel: die Wah...